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Kommunalwahl NRW: Grüne die Verlierer in Köln und NRW
Köln: Keine Partei hat so verloren wie die Grünen
Jedoch dominieren die Grünen nach wie vor das linksrheinische Köln – mit Ausnahme des Stadtbezirks Chorweiler. Trotz einer wirklich erschütternden Bilanz scheint das grüne Klientel linksrheinisch nicht in der Lage zu sein, politisch zu transformieren – zu fortschrittlicheren Lösungen. Das Konsumdenken, einst ein Gegenstand grüner Kritik, ist längst ins grüne Bewusstsein eingegangen und erweist sich als äußerst beharrlich.
In Stadtbezirken, in denen die bürgerliche, studentische, akademische – zumeist binnenländische – Migration stattgefunden hat, wird Grün gewählt. Allerdings haben die Grünen in Summe 3,5 % verloren – so viel wie keine andere Partei. Die Gewinner AfD (+4,75 %) und Linke (+4,35 %) konnten voll zu Lasten der dominierenden alten BRD-Parteien CDU, SPD und Grüne zulegen. Die FDP spielt außerhalb Rodenkirchens und Lindenthals, den Wohlstandsoasen, keine Rolle mehr. Diese Parteien der „Dritten Republik“ sind im Aufwind – wie auch in bescheidenerem Maße das BSW.
Es ist auffällig, dass fast zuverlässig nach Schichtenzugehörigkeit und Milieuzugehörigkeit gewählt wird – und Parteien immer weniger fähig sind, weitere Kreise zu begeistern. Für eine Demokratie ist es ein bedrohliches Attest, wenn quasi nach Finanz- und Bildungsstand sowie Bildungsausrichtung abgestimmt wird.
Die AfD konnte im Vergleich zur Bundestagswahl vor ca. sechs Monaten nicht weiter zulegen. Vom Regierungsfrust mit Berlin profitieren linke Parteien – das ist eine beginnende Trendwende.
In ganz NRW ein ähnliches Bild – aber noch deutlicher
Die AfD muss aktuell nicht mehr um die 5 % kämpfen. Eindeutiger Sieger mit +9,5 % ist die AfD. Sie konnte in den Städten gewinnen, die besonders dramatisch negativ durch Migration nach 2014 belastet wurden: Gelsenkirchen, Hagen und Duisburg. Diese Problematik ist nicht zu leugnen – ihr muss sich das Land stellen. Gute Nachricht: Die AfD hat gegenüber der Bundestagswahl vor über sechs Monaten etwas verloren. Auch hier zeigt sich: Sie hat in NRW bereits ihren Peak überschritten – das deckt sich vollkommen mit den Beobachtungen.
Ausnahmen sind die Kommunen, in denen es wirklich zu krassen Verschiebungen durch Migration gekommen ist. Gelsenkirchen ist nicht zu beneiden – und es zeigt deutlich die Schwäche unseres Systems, dass diese gezeichnete Stadt mit ihren Problemen offensichtlich allein gelassen wurde. Die Migration aus Ländern wie Rumänien und Bulgarien hat seit 2008 zu einer starken Zunahme der Zuwanderung geführt, die sich zeitgleich mit der Zuwanderung nach 2014 aus Syrien und anderen Ländern ereignete. Das Problem haben viele Städte – aber meist wurde es in die unliebsamen Bezirke abgeschoben oder fand in viel geringerem Ausmaß statt, oder die Kommune war wesentlich leistungsfähiger.
Mit den Narrativen der Mitte ist dort kein Blumentopf mehr zu gewinnen. Auch die Linke tut sich schwer, in den Milieus zu begeistern – auch wenn sie 1,9 % hinzugewinnt und ebenfalls im Landtag wäre. Das BSW hätte es nicht geschafft und muss sich deutlich verstärken, um die AfD in den genannten Städten zurückzudrängen und sein Ziel – den Einzug in den NRW-Landtag – zu erreichen.
NRW bleibt trotz Grüner und AfD ein freundliches Land – auch wenn sich Egoismus immer weiter ausbreitet und Ignoranz gegenüber anderen Standpunkten zunimmt.
Diagnose einer fragmentierten Demokratie
Unsere Demokratie befindet sich bereits im Modus der Fragmentierung – in dem Milieus statt Ideen wählen, Status statt Solidarität zählt, und Parteien zu Verwaltern ihrer Klientel geworden sind.
- Die Grünen verlieren, aber dominieren weiter dort, wo Binnenmigration bürgerliche Milieus etabliert hat → Das zeigt: Konsumkritik ist zur Konsumidentität geworden → Die Grünen sind nicht mehr Störung, sondern Teil der Ordnung
- Die AfD gewinnt dort, wo Migration als Belastung erlebt wird – aber ihr Zenit scheint erreicht → Das ist keine Entwarnung, sondern ein Hinweis auf strukturelle Verhärtung
- Die Linke und das BSW profitieren vom Frust, aber stoßen an Milieugrenzen → Die Demokratie verliert ihre Fähigkeit zur Überschreitung, zur Begeisterung jenseits der eigenen Schicht
- Gelsenkirchen als Symptom → Eine Stadt, die nicht nur ökonomisch, sondern politisch und kulturell verlassen wurde → Migration, Armut, Systemschwäche – und keine Partei, die das wirklich auffängt
Die Moritat eines vergesslichen und geschwächten Landes
Refrain: „Wir waren das Land der Stahlöfen — nun brennt nur noch das Ego.“ „Ist das Proletariat hoffend, singt es rot — ist es müde, schreit es blau.“
Bildtafel: Gelsenkirchen, Chorweiler, Hagen, Duisburg Rote Ruhrarmee, Stahlwerke, leere Plätze
Kapitelstruktur: „Die Grünen, die einst störten — nun Teil der Ordnung“ „Die AfD, die schreit — weil niemand mehr spricht“ „Die Linke, die sucht — aber nicht findet“ „Die Geschichte, die ruft — aber wer hört sie?“
Links zum Thema:
https://wahlen.stadt-koeln.de/prod/KW2025/05315000/praesentation/guv.htm...
https://www1.wdr.de/nachrichten/wahlen/kommunalwahlen-2025/ergebnisse-ko...
https://www.gelsenkirchen.de/de/_meta/aktuelles/artikel/68475-gelsenkirc...
https://www1.wdr.de/nachrichten/wahlen/kommunalwahlen-2025/hagen-wahl-ak...
In Duisburg wie in hagen keine wirkliche Auswertung auf der Webseite, nicht einmal das Ergebnis wurde wirklich publiziert https://www.duisburg.de/microsites/wahlen/wahlen/wahlarten/stichwahl-ob-...
Das andere Extrem ist Münster eine sehr bürgerliche Stadt, konservativ und den Status Quo erhaltend: https://www.stadt-muenster.de/startseite
https://wahlen.citeq.de/20250914/05515000/praesentation/ergebnis.html?wa...
Und die Landeshauptstadt Düsseldorf, dort gewann sogar die CDU. In Düsseldorf verloren vor allem FDP und Grüne, es gewann stark die AfD und schwächer Die Linke. https://wep.itk-rheinland.de/vm/prod/kw_2025/05111000/praesentation/guv....
https://www1.wdr.de/nachrichten/wahlen/kommunalwahlen-2025/analyse-kommu...
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